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Aufbrechen!

Zwei Großveranstaltungen an einem Tag mit Rainer Nübel ("stern").

Rainer Nübel, preisgekrönter Buchautor, "stern"-Reporter und Dozent der Universität Tübingen, besuchte letzten Donnerstag das Carlo, gab Einsichten in sein Journalistenleben, initiierte einen Aufbruch für die Südstadt und brachte interessante Leute mit.

Am Nachmittag referierte Nübel vor dem kompletten Jahrgang zehn und interessierten Bürgern darüber, "wie die Medien ticken".  Mit Beispielen aus seinem Reporterdasein illustrierte er Fragestellungen wie "Was interessiert Medien?", "Wie kürzt eine Zeitung zu lange Artikel?", "Warum geben Insider Infos an Journalisten?" Besonders spannend und aktuell war es, wie Nübel über seine Aufklärungsarbeit im Fall der ermordeten Heilbronner Polizistin Nicole Kiesewetter berichtete. Hier war seine Nähe zur Zeitgeschichte im Raum als Knistern spürbar.

Für alle Schüler, ob anwesend oder nicht, ist auch der Katalog der zehn Rechercheregeln bedeutsam, die nicht nur für journalistische Arbeit, sondern auch für die Schule (GFS, Referate, Lernen auf Klassenarbeiten) wertvolle Dienste leisten können:

1. Was weiß ich schon?

2. Fragen stellen

3. Zusammenhänge erkennen

4. Zeugen und Experten befragen

5. Verschiedene Quellen nutzen

6. Quellen kritisch prüfen

7. Genau beobachten und lesen

8. Beobachtungen vertiefen, in ihren historischen Entwicklungen begreifen

9. Einzelne Informationen auf ihre Bedeutsamkeit überprüfen

10. Einzelne Informationen (Konkretes) in Bezug auf das Thema (Allgemeines) stellen.

 

Am Abend fand die Großveranstaltung Aufbrechen statt. Vom baden-württembergischen Städtetag organisiert, ist das Projekt Aufbrechen ein Impuls, in lokalen Zusammenhängen Wünsche, Zukunftssehnsüchte und konkrete Anliegen herauszufiltern, zu bündeln und dann auch anzugehen. Am Carlo war das Projekt das erste Mal in Tübingen und überhaupt auch das erste Mal an einer Schule, nachdem es bereits in den Städten Friedrichshafen, Metzingen und Esslingen statt gefunden hat.

Um eine kreative, offene Atmosphäre zu schaffen, hatten Rainer Nübel und Martin Müller (Städtetag)  hochkarätige Artisten mitgebracht: Tino Gonzalez (Gitarre) als ehemaliges Santana-Bandmitglied, den Liedermachen Erich Schmeckenbecher, besser bekannt als Zupfgeigenhansel, und den Zauberer Riktini. Neben der Stadt, die die "rote Wurst" und die Getränke sponserte, war auch das CSG beteiligt - Frau Colak und Frau Korkmaz brachten mit ihren türkischen Speisespezialitäten internationales Flair in die Veranstaltung, und die Big Band unterstützte Tino Gonzalez nach Kräften. Auch den Auftakt der Veranstaltung mit über 250 Schülern, Eltern, Lehrern und interessierten Bürgern aus der Nachbarschaft prägte das CSG: Louis Bohner, Klasse 11, zeigte seinen selbstgedrehten Film, in dem seine Schulkameraden über ihre persönlichen Sehnsüchte und Zukunftswünsche sprachen - ein perfekter Einstieg in das Thema. Nachdem zunächst ganz frei und offen Besucher per Mikro Wünsche und Meinungen publik gemacht hatten, wurde im zweiten Teil des Abends konkreter gearbeitet und ein beachtliche Beandbreite an Wünschen, Vorschlägen und Visionen festgehalten, u.a.  ein Erfahrungsaustausch über die Generationen hinweg, die Einrichtung einer Werkstatt im CSG, einem für alle offenen Cafe in der Schule und ökologische Vorhaben wie Hochbeete und der "Essbaren Stadt."

Was von den Vorstellungen umgesetzt wird, bleibt abzuwarten - wichtig ist, dass an diesem Abend Visionen entstanden. Dafür gebührt allen Beteiligten großer Dank- allen voran Leo Bader, der aufgrund seiner Verbindung zu Rainer Nübel diese Veranstaltung für das Carlo ermöglicht hat.